Gestern hatte mir ja mein Blogger-Freund Videbitis in einem Kommentar zu einem Eintrag von mir den Tipp gegeben, einmal die Mondfinsternis zu fotografieren. Ich hoffe, dass sich bis dahin die Wolken verzogen haben werden.
Heute erhielt ich dann vom Deutschen Wetterdienst folgende E-Mail dazu, in der noch viele nützliche Informationen dazu stehen.
Wer also an so etwas interessiert ist, möge sich die Mail einmal durchlesen. ;)

Am heutigen Mittwochabend zeigt sich am Himmel über Deutschland wieder einmal eine Mondfinsternis. Bei diesem Ereignis schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond, der Mond befindet sich also im Schatten der Erde.
Viele astronomisch Interessierte sind schon ganz aufgeregt.
Allerdings findet die Mondfinsternis in Deutschland nicht unter Idealbedingungen statt. Die Tage haben fast ihre Maximallänge erreicht, die Sonne scheint bis in den späten Abend, und nach dem Sonnenuntergang bleibt uns noch eine lange Dämmerung erhalten. Es ist also sehr lange hell. Bis es richtig dunkel ist, ist die Mondfinsternis schon in vollem Gange. Und: Der Mond steigt bei uns zurzeit nicht weit über den Horizont - das erschwert die Beobachtung zusätzlich.
Auch wenn das Beobachten der Mondfinsternis nicht einfach werden wird - hier ist der "Fahrplan der Finsternis" (Angaben in MESZ für die Position 50°Nord und 10° Ost, recht gut passend für die unterfränkischen Gemeinde Arnstein): Der Mond tritt in Arnstein um 19.23 Uhr in den Halbschatten (den nur teilweise durch die Erde abgeschatteten Bereich) und um 20.23 Uhr in den Kernschatten (den vollständig durch die Erde abgeschatteten Bereich) ein. Beides ist in Arnstein leider nicht zu sehen, da der Mond dort erst um 21.22 Uhr aufgeht. Dies ist gleichzeitig der Zeitpunkt des Beginns der totalen Finsternis, bei der sich der Mond vollständig im Kernschatten der Erde befindet. Erst zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung um 22.13 Uhr sieht es mit der Beobachtung besser aus. Die totale Finsternis endet um 23.03 Uhr. Und dann geht es wieder im Stundentakt weiter. Um 0.02 Uhr folgt der Austritt aus dem Kernschatten, um 1.02 Uhr endet die Finsternis.
Bei alledem gilt deutschlandweit: Der Südosten ist die angesagte Himmelsrichtung. Nicht nur als die Richtung, in die man blicken muss, um den Mond zu sehen. Es kommt hinzu, dass die astronomischen Bedingungen für das Betrachten der Mondfinsternis im Südosten Deutschlands am besten sind. Je weiter östlich man sich befindet, desto früher wird es dunkel. Und je weiter südlich man sich befindet, desto höher steigt der Mond über den Horizont.
Aber all das hilft nichts, wenn das Wetter nicht mitspielt. Und leider sind die Vorhersagen aktuell nicht überall günstig. In der rechten Spalte unter "Thema des Tages" -> "mehr" finden Sie eine Prognosekarte der sogenannten "effektiven Bewölkung", in der die tiefen und mittelhohen Wolken zusammengefasst sind. Sie beeinträchtigen die Sicht auf den Himmel am stärksten. Die Karte gilt für 23 Uhr MESZ (21 Uhr UTC) des heutigen Mittwochabends. Und Lücken (fehlendes Grau oder helles Grau in der Karte) findet man am ehesten östlich der Elbe, im Süden und in Teilen der Mitte Deutschlands.
Ansonsten keine rosigen Aussichten für den Blick auf den Mond.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
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